Von den 1.615 Bewerbungen der neuen Runde steht mehr als die Hälfte in Konkurrenz – Domain Brief
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Von den 1.615 Bewerbungen der neuen Runde steht mehr als die Hälfte in Konkurrenz
TSTobias Sattler08.10.2608. Oktober 20266 Min.
ICANN hat am 7. Oktober die Bewerbungen für die gTLD-Runde 2026 veröffentlicht. 481 Bewerber haben 1.615 Bewerbungen eingereicht, davon 333 für Marken. 891 Bewerbungen stehen in 263 Konkurrenzgruppen. Die größte bilden 13 Bewerber um .agent, darunter OpenAI, Google und Meta. Aus dem deutschsprachigen Raum kommen 66 Bewerbungen.
Das Bewerbungsfenster lief vom 30. April bis zum 12. August. Am 22. September hatte ICANN noch 1.616 Bewerbungen gemeldet, die weitergehen. Am Reveal Day waren es 1.615. In der Runde 2012 gingen 1.930 Bewerbungen ein. Die meisten kommen diesmal aus Nordamerika (864) und Europa (506). Es folgen die Region Asien-Pazifik mit 218, Afrika mit 16 sowie Lateinamerika und die Karibik mit 11.
Neben den Marken zählt ICANN 16 Community-Bewerbungen. In 15 Bewerbungen stufen die Bewerber ihre Endung selbst als geografischen Namen ein. 21 Bewerbungen gelten internationalisierten Endungen. 19 davon betreffen Zeichenfolgen in chinesischer Schrift, dazu kommen .株式会社 und .québec. 51 Bewerbungen stammen aus dem Förderprogramm Applicant Support. Endgültig sind die Zahlen erst am String Confirmation Day am 17. November.
Wenige Bewerber reichen die meisten Bewerbungen ein
Die Liste, die ICANN zum Herunterladen bereitstellt, enthält nur 1.614 Bewerbungen von 480 Bewerbern. Es fehlt .wdo der World Data Organization aus China. Diese Bewerbung durchläuft laut ICANN noch die administrative Prüfung. Die Liste enthält 980 verschiedene neue Zeichenfolgen. Dazu kommen sechs Bewerbungen ausschließlich für Varianten bestehender chinesischer Endungen. Die Bewerbungen verteilen sich sehr ungleichmäßig. 343 Bewerber haben genau eine eingereicht. 33 Bewerber mit jeweils mindestens zehn Bewerbungen kommen zusammen auf 944. Das ist mehr als die Hälfte der Liste.
An der Spitze steht die Link Freedom Group aus Malta mit 158 Bewerbungen. Die 316 Zeichenfolgen, die das Unternehmen im August veröffentlicht hatte, enthielten für jede Bewerbung auch die Ersatzzeichenfolge. Es folgen XYZ.COM mit 139 und Registry Services, die Registry von GoDaddy, mit 77. Intercap kommt auf 71, Radix auf 46 und ShortDot auf 40. Google bewirbt sich über seine Tochter Charleston Road Registry um 39 Endungen, 2012 waren es 101. Den Rekord von Donuts aus jener Runde mit 307 Bewerbungen erreicht diesmal niemand.
13 Bewerber wollen .agent
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In den 263 Konkurrenzgruppen sind insgesamt 891 Bewerbungen enthalten. In 114 Gruppen treffen zwei Bewerber aufeinander. Rund 720 Bewerbungen haben keinen Konkurrenten mit identischer Zeichenfolge. Die Gruppen sind allerdings vorläufig. Ähnliche Zeichenfolgen sowie Singular-Plural-Paare können später hinzugefügt werden.
Die größte Gruppe gilt .agent. Um die Endung bewerben sich 13 Bewerber, darunter OpenAI, Google, Meta, Radix, XYZ und Intercap. Die Open Agent Registry tritt als Community-Bewerberin an. Um .bit konkurrieren elf Bewerber, um .api, .brand und .hub je zehn.
Begriffe aus der künstlichen Intelligenz sind gefragt. Um .robot bewerben sich neun Unternehmen, um .agi sieben, um .asi und um .mcp je fünf. MCP steht für das Model Context Protocol, über das KI-Anwendungen auf Daten und Werkzeuge zugreifen. Google hat die .mcp-Endung als Community-Endung beantragt.
OpenAI bewirbt sich um 15 Endungen. Fünf davon hat es als Marken angemeldet: .chatgpt, .codex, .gpt, .oai und .openai. Von diesen fünf steht nur .gpt in Konkurrenz. Darum bewerben sich auch die Link Freedom Group und Pirin Tablet. Meta hat 18 Endungen beantragt, darunter .whatsapp, .llama und .superintelligence. Das Schlagwort hatte zuletzt unter .si einen Registrierungsschub ausgelöst. Google bewirbt sich unter anderem um .gemini und .deepmind, Microsoft um .copilot und Anthropic um .claude.
Insgesamt stehen 18 Markenbewerbungen in Konkurrenz. Betroffen sind etwa Salesforce mit .force, Wise mit .wise, Gen Digital mit .gen und Booking.com mit .yeah. Amazon konkurriert um .echo und .leo.
727 Ersatzzeichenfolgen sind schon verbraucht
1.169 Bewerbungen nennen eine Ersatzzeichenfolge. Auf sie können Bewerber vom 8. bis zum 21. Oktober wechseln. Das gilt nur, wenn keine andere Bewerbung dieselbe Zeichenfolge enthält. In der öffentlichen Liste sind 727 Ersatzzeichenfolgen als deaktiviert markiert. Nach Auswertung von Domain Brief stimmen 573 davon mit einer anderen beantragten Endung überein. 154 gleichen der Ersatzzeichenfolge eines anderen Bewerbers. Nutzbar bleiben damit 442.
Für Marken spielt die Möglichkeit kaum eine Rolle. Nur 13 Markenbewerbungen nennen eine Ersatzzeichenfolge. ICANN weist darauf hin, dass auch eine Ersatzzeichenfolge später in Konkurrenz geraten kann.
66 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Katrin Ohlmer von DOTZON hatte im Interview mit weniger als 100 Bewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum gerechnet. Es sind 66 von 33 Bewerbern. 46 kommen aus Deutschland, 13 aus der Schweiz und 7 aus Österreich.
13 davon sind Markenbewerbungen. Aus Deutschland kommen Allianz, adidas, BioNTech, Liebherr, Sennheiser und Georg Neumann. Aus Österreich bewerben sich Novomatic um .admiral und Julius Meinl um .meinl. Die Schweizer Julius Meinl AG beantragt .juliusmeinl. Aus der Schweiz kommen außerdem Novartis, JT International, das Internationale Olympische Komitee mit .olympic und die Stiftung Ethereum. ICANN führt .olympic als reservierten Namen. Keine dieser Markenbewerbungen steht in Konkurrenz.
Sechs der 15 selbst als geografisch eingestuften Bewerbungen stammen aus dem deutschsprachigen Raum. Es sind .bremen, .ulm, .vienna, .linz, .salzburg und .lugano. Hinter .lugano steht die Stadt selbst. Die Krischenowski GmbH hat .frankfurt und .muenchen beantragt, ohne sie als geografisch einzustufen. dotBerlin, Betreiberin von .berlin, bewirbt sich um .ber. Die Europäische Zentralbank beantragt .euro.
20 Bewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum stehen in Konkurrenz. Elf davon stammen von der NextGEN TLDs GmbH. Sie hat 22 generische Endungen beantragt, etwa .cyber, .cert und .yes. Um .ultra konkurrieren NextGEN, die ULTRAVIEW AG und Google. Die iRegistry GmbH trifft bei .official auf sieben Mitbewerber.
INWX bewirbt sich um .crew, tldbox um .verein und .coaching. Die index Internet und Mediaforschung will .praxis und .stiftung. Von diesen Endungen stehen nur .crew und .coaching in Konkurrenz.
Bei .easy treffen drei Bewerber aufeinander
Um .easy bewerben sich easyGroup, die Link Freedom Group und Aruba. easyGroup plant eine Markenendung für ihre Lizenznehmer. Die Link Freedom Group will .easy offen vermarkten. Sie hat im September in Kalifornien geklagt, nachdem easyGroup den Rückzug ihrer Bewerbung gefordert hatte. Intercap und Registry Services hatten .easy als Ersatzzeichenfolge angegeben. Diese ist nun deaktiviert.
Seit dem Reveal Day gilt für die drei ein Verbot gemäß dem Applicant Guidebook. Bewerber derselben Konkurrenzgruppe dürfen sich weder über ihre Bewerbungen noch darüber, wie sie die Konkurrenz auflösen, austauschen. Für einen Bewerber endet es erst, wenn er seine Bewerbung zurückzieht oder der erfolgreiche Bewerber den Registry-Vertrag unterschreibt.
Wie es weitergeht
Vom 17. bis zum 22. Oktober trifft sich die ICANN-Gemeinschaft in Bali. Bis zum 21. Oktober läuft die Frist für den Wechsel auf die Ersatzzeichenfolge. Am 17. November veröffentlicht ICANN die endgültige Liste und die aktualisierten Konkurrenzgruppen. Wer sich bis zum 27. November zurückzieht, erhält 65 Prozent der Evaluierungsgebühr zurück.
Vom 17. November bis zum 16. März 2027 können Gemeinschaft und Öffentlichkeit die Bewerbungen kommentieren. Formelle Einwände dürfen nur Berechtigte erheben. Die Prüfung der Zeichenfolgen soll rund 180 Tage dauern. Die Reihenfolge der weiteren Bearbeitung wird im ersten Halbjahr 2027 ausgelost. Die einzelnen Fristen hat Domain Brief Ende September beschrieben.