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easyGroup verlangt den Rückzug einer .easy-Bewerbung, die Link Freedom Group klagt
Noch vor dem Reveal Day liegt, soweit ersichtlich, der erste öffentlich bekannte Rechtsstreit der neuen Runde vor Gericht. easyGroup, Markeninhaberin von easyJet, forderte die Link Freedom Group auf, ihre Bewerbung für .easy zurückzuziehen. Sonst drohten Klagen gegen LFG und gegebenenfalls auch gegen Käufer einer .easy-Domain. LFG hat in Kalifornien Klage erhoben und ICANN eingeschaltet.
Rückzug bis zum 9. September
Das Schreiben der Londoner Kanzlei Stephenson Harwood ist auf den 26. August datiert. easyGroup ist das Beteiligungsunternehmen von Stelios Haji-Ioannou. Nach eigenen Angaben hält es 1.228 Marken und Markenanmeldungen rund um „easy“. Die Kanzlei nennt drei Wege der Verletzung. LFG verletze die Marken schon durch den Verkauf von .easy-Domains. Jeder Käufer verletze sie durch die Nutzung, etwa unter jet.easy oder hotel.easy. Und LFG hafte für ihre Kunden mit. Auf die Haftungsprivilegien des Digital Services Act könne sie sich nicht berufen.
easyGroup kündigt an, jeden Verkauf zu überwachen, und behält sich vor, gegen Käufer vorzugehen. Man verfüge über ein „sehr beträchtliches“ Budget für den Markenschutz. LFG solle die Bewerbung bis zum 9. September zurückziehen. Sonst behalte man sich Klagen vor dem High Court in London und anderswo vor.
Feststellungsklage in Los Angeles
LFG hat ihren Sitz auf Malta. Sie klagte am 21. September vor dem Bundesgericht des Central District of California. Das Aktenzeichen lautet 2:26-cv-10760. LFG beantragt die Feststellung, dass easyGroup ihre Markenansprüche nur im Einspruchsverfahren bei ICANN geltend machen darf. Hilfsweise soll das Gericht feststellen, dass LFGs Bewerbung und ein späterer Betrieb von .easy keine Markenrechte von easyGroup verletzen. Außerdem verlangt LFG ein Verbot weiterer entsprechender Drohungen sowie Schadensersatz.
Schon am 10. September hatte LFG laut Domain Name Wire ICANN gebeten, die .easy-Bewerbung von easyGroup auszuschließen. Auf ICANNs Korrespondenzseite steht der Brief bis heute nicht.
Marken-Endung gegen offene Endung
easyGroup hatte seine Bewerbung am 18. August in einer über RNS verbreiteten Mitteilung bekannt gegeben. Geplant ist eine kontrollierte Marken-Endung: Domains mit der Endung .easy sollen nur Unternehmen mit einer easyGroup-Lizenz erhalten. Unter easy.easy soll ein Verzeichnis der echten easy-Marken entstehen. LFG will .easy dagegen kommerziell vermarkten und nicht auf Lizenznehmer von easyGroup beschränken. Die Endung gehört zu den 316 Zeichenfolgen, die LFG veröffentlicht hat, einschließlich der primären und der Ersatzzeichenfolgen. Außerdem bewirbt sich der italienische Anbieter Aruba um .easy als eine der 39 Endungen.