nTLDs
Ein Bewerber legt 316 beantragte Endungen offen, zwei Monate vor dem Reveal Day
Die Link Freedom Group aus Malta hat ihr Bewerbungsportfolio für die nTLD-Runde 2026 veröffentlicht, ohne auf die Offenlegung seitens ICANN zu warten. Die Liste umfasst 316 Endungen. Damit würde das Unternehmen den Rekord von Donuts aus dem Jahr 2012 übertreffen.
Das Bewerbungsfenster schloss am 12. August. Was beantragt wurde, bleibt bis zum Reveal Day geheim, den ICANN für Mitte Oktober erwartet. Die Link Freedom Group macht ihre Liste bereits jetzt öffentlich.
Nachgezählt sind es 316 Einträge ohne Duplikate. Bei einer Evaluierungsgebühr von 227.000 US-Dollar je Bewerbung entspräche das 71,7 Mio. US-Dollar allein für ICANN-Gebühren, ohne Beratung, Backend und mögliche Auktionen. Der bisherige Höchstwert stammt aus der Runde 2012, als Donuts 307 Bewerbungen einreichte. Google kam damals auf 101, Amazon auf 76.
Gegründet hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Yoni Belousov, der auch die maltesische Nova Registry aufgebaut hat, die Betreiberin der Endung .link ist. Vaughn Liley ist CEO der Link Freedom Group und General Manager von Nova. Nova hatte im März 2025 unter dem Namen SuperNova200 angekündigt, sich um 200 Endungen zu bewerben. Diese Ankündigung steht unverändert online.
Rund ein Drittel der Liste besteht aus Drei-Zeichen-Endungen, 107 an der Zahl. Vierzehn davon bestehen aus einem dreimal wiederholten Buchstaben, darunter .ccc und .zzz. Daneben stehen generische Begriffe wie .internet, .brand und .the, dazu Krypto-Endungen wie .btc, .nft und .dao.
Vier Konkurrenzen zeichnen sich ab
Interessanter als die Gesamtzahl sind die Überschneidungen. Um .chain hatten bereits die Blockchain-Anbieter 3DNS und Freename.io Bewerbungen angekündigt, hier kämen drei Bewerber zusammen. Für .near, .core und .gate hat D3 Global gemeinsam mit den jeweiligen Blockchain-Projekten Bewerbungen angekündigt.
Ob daraus initiale Contention Sets entstehen, zeigt sich nach der administrativen Prüfung. Am Reveal Day wird nur wer diese Prüfung besteht veröffentlicht, und dazu gehört der vollständige Eingang der Evaluierungsgebühr.
Bis dahin bleibt es bei der Selbstauskunft, wie bei allen anderen angekündigten Vorhaben auch. Der Reveal Day, den ICANN für Mitte Oktober erwartet, wird zeigen, wie viele der 316 Endungen dort vertreten sind.