Standards
RDAP lernt die Lebensdauer von DNS-Einträgen
Eine neue Erweiterung führt die TTL-Werte der zugehörigen DNS-Einträge in die RDAP-Antwort ein. Wer einer Delegation nachgeht, sieht künftig in einer Abfrage, welche TTL für die betreffenden DNS-Einträge bei der Registry hinterlegt ist. Das muss jede Registry für sich umsetzen.
RFC 10037 ist im August als Standards-Track-RFC erschienen. Verfasst hat ihn Gavin Brown von ICANN. Er ersetzt nichts, er kommt hinzu.
Der Nutzen liegt in der Fehlersuche. Wer wissen will, warum sich eine Delegation anders verhält als erwartet, hat bisher zwei Wege: die Registrierungsdaten über RDAP und die DNS-Daten über eine DNS-Abfrage. Künftig steht auch die bei der Registry hinterlegte TTL-Angabe in der RDAP-Antwort. Ein Gegenstück auf der Seite des Registrierungsprotokolls EPP ist RFC 9803.
Der größere Zusammenhang
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. In derselben Woche hat ARIN einen Fahrplan vorgeschlagen, seine bisherigen Whois-Dienste schrittweise abzuschalten und künftig nur noch RDAP zu betreiben. ICANN wiederum will das RDAP-Profil überarbeiten, um Registrierungsdaten natürlicher und juristischer Personen voneinander unterscheidbar zu machen.
Whois wird abgebaut, RDAP wächst. Der neue RFC ist ein kleiner Baustein davon, und er zeigt die Richtung: Das Nachfolgeprotokoll bekommt Funktionen, die Whois nie hatte.
Ob eine Registry die Erweiterung umsetzt, bleibt ihr überlassen. Für den Alltag ändert sich heute nichts.
Quellen
- RFC 10037: Registration Data Access Protocol (RDAP) Extension for DNS Time-to-Live (TTL) Values, August 2026
- RFC 9803: Extensible Provisioning Protocol (EPP) Mapping for DNS Time-to-Live (TTL) Values, Juni 2025
- ARIN: Consultation on the Future of ARIN's Directory Services, 14. August 2026
- ICANN: Tripti Sinha an Nicolas Caballero, 24. August 2026 (PDF)