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Jede Zone braucht künftig mindestens zwei unter IPv4 und zwei unter IPv6 erreichbare Nameserver
Die IETF hat die Betriebsregeln für DNS unter IPv4 und IPv6 neu gefasst. Jede Zone braucht künftig mindestens zwei unter IPv4 und zwei unter IPv6 erreichbare Nameserver. 2004 genügte noch ein einziger unter IPv4 erreichbarer Server. Wer die Anforderung nicht erfüllt, riskiert, dass seine Zone für einen Teil des Netzes nicht auflösbar ist.
RFC 10001 ist am 11. August erschienen und trägt die Kennzeichnung BCP 91 als Best Current Practice. Verfasst haben ihn Momoka Yamamoto vom japanischen WIDE Project und Tobias Fiebig vom Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken.
Er ersetzt RFC 3901 aus dem September 2004. Der formulierte zurückhaltend: Jede Zone solle von mindestens einem unter IPv4 erreichbaren autoritativen Nameserver bedient werden. Der neue Text kennt kein Soll mehr:
To prevent DNS name space partitioning, at least two IPv4-reachable and two IPv6-reachable name servers MUST be configured for a zone.
Vier Server sind dafür nicht nötig. Ein Server, der beide Protokolle spricht, zählt für jede Familie einmal, zwei Dual-Stack-Server genügen also. Leicht übersehen wird eine zweite Anforderung: Über beide Protokolle müssen äquivalente Daten ausgeliefert werden.
Partitionierung heißt hier: Eine nur über ein Protokoll erreichbare Zone ist für Resolver mit der anderen Anbindung nicht auflösbar. Dieselbe Domain ist für die einen da und für die anderen nicht. Ein RFC dieser Art bleibt allerdings eine Betriebsleitlinie der IETF. Ob eine Registry daraus eine Bedingung für die Delegation wird, ist offen.
Am 31. Juli ist zudem RFC 10029 von Ray Bellis vom Internet Systems Consortium erschienen. Er führt eine EDNS-Option ein, mit der ein Client neben dem primären Record-Typ weitere Typen in derselben Anfrage anfordern kann, etwa A zusammen mit AAAA. Nutzen bringt das erst, wenn die beteiligte Software sie unterstützt.