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ICANN nimmt javanische Schrift und kanadische Silbenschrift in seine IDN-Referenzregeln auf
ICANN hat Referenzregeln für zwei weitere Schriften veröffentlicht: die javanische Schrift und die Silbenschrift der First Nations und Inuit in Kanada. Sieben bestehende Regelwerke wurden geändert. Die Anstöße kamen aus Indonesien und Kanada. An diesen Regeln misst ICANN die IDN-Tabellen, die gTLD-Registries einreichen.
Die Regelwerke heißen „Second-Level Reference Label Generation Rules“. Sie legen fest, welche Zeichen in einem Domainnamen vor der Endung zulässig sind und welche Schreibweisen als Varianten gelten. Registries können diese als Vorlage für eigene Tabellen verwenden. ICANN hat die neue Fassung am 5. Oktober bekannt gegeben. Diese trägt das Datum 13. August 2026. Die Liste umfasst jetzt 30 Schriften und 32 Sprachen, darunter Deutsch.
Javanisch kurz vor dem Treffen in Bali
Das Regelwerk der javanischen Schrift umfasst 52 Zeichen und 26 Zeichenfolgen. Verfasst hat es ein eigens gebildetes Gremium. Als Mitwirkende nennt der Antrag unter anderem einen Vertreter des Palasts von Yogyakarta und die Leitung der dortigen Kulturbehörde. Laut dem Antrag hat Javanisch 80 Millionen Sprecher und ist damit die größte Regionalsprache Indonesiens. In drei Provinzen ist Javanisch ein Pflichtfach an den Schulen.
Auch die Änderung am arabischen Regelwerk stammt aus Indonesien. Beantragt hat sie einen Vertreter von PANDI, der Registry der Länderendung .id. Zwei Zeichen kommen hinzu, die in der Pegon-Schrift verwendet werden. Pegon ist ein Schriftsystem auf Grundlage der arabischen Schrift für Javanisch, Sundanesisch und Maduresisch. Laut Antrag wird sie bis heute an den islamischen Internatsschulen des Landes, den Pesantren, unterrichtet. Der Antrag nennt dazu Zahlen des Religionsministeriums aus dem Jahr 2023: rund vier Millionen Schüler.
Für die balinesische Schrift gibt es seit 2024 ein Regelwerk. ICANN tagt vom 17. bis zum 22. Oktober auf Bali.
Aus Kanada kommt die Silbenschrift
Das zweite neue Regelwerk gilt für die kanadische Silbenschrift mit 293 Zeichen. Sie wird für Inuktitut, Naskapi, mehrere Cree-Sprachen und Ojibwe verwendet. Erarbeitet hat es eine Arbeitsgruppe mit Sprachfachleuten, Universitäten und Einrichtungen der Inuit. Drei ihrer Mitglieder kommen von Point Québec, der Registry der Endung .quebec. Auch der deutsche Registry-Dienstleister Knipp ist vertreten. Das Regelwerk ist so ausgelegt, dass es auch mit französischen Namen in derselben Zone funktioniert.
Point Québec hat auch die Änderung des Regelwerks für die lateinische Schrift beantragt. Sie besteht aus einem einzigen Zeichen: ʌ. Es wird für Anicinabemowin gebraucht, die Sprache der Algonquin. Im vollständigen Variantensatz der lateinischen Schrift gilt das neue Zeichen als Variante des griechischen λ.