gTLDs
Fast jede fünfte neue Domain unter generischen Endungen war schon einmal registriert
Im ersten Halbjahr wurden täglich rund 65.000 abgelaufene Domains neu registriert. Bei .net und .xyz ist fast jede dritte Neuregistrierung eine gebrauchte. Ein einzelner Akteur kaufte für geschätzte sieben Millionen Dollar ein.
Die Zahlen stammen von Infoblox, einem Anbieter für Netzwerk- und DNS-Sicherheit. Die Sicherheitsabteilung des Unternehmens verglich neue Registrierungen mit historischen Daten. Als wiederregistriert gilt eine Domain, deren Erstellungsdatum im Whois neu ist, obwohl der Name zuvor bereits vergeben war. Die Messung hängt damit von den verfügbaren Erstellungsdaten ab, die insbesondere bei Länderendungen nicht überall öffentlich zugänglich sind.
Allein unter den generischen Endungen zählte Infoblox täglich über 50.000 solcher Fälle. Mit den Länderendungen beläuft sich die Auswertung auf etwa 65.000. Knapp zwanzig Prozent aller beobachteten Registrierungen mit generischen Endungen entfielen damit auf Namen, die es bereits gab.
Die Verteilung ist ungleich. Bei .net und .xyz liegt der Anteil bei rund 30 Prozent, bei .com bei 24,5 Prozent. Auf fünfzehn generische Endungen entfallen zusammen etwa 92 Prozent der Wiederregistrierungen.
Die Käufer haben unterschiedliche Absichten. Infoblox nennt Sicherheitsforscher, Domaininvestoren und Angreifer. Dazu kommen Bestände bei Registraren, Auktionsplattformen und Monetarisierungsdiensten. Wie sich die Fälle darauf verteilen, ließ sich aus den Daten nicht zuverlässig bestimmen.
Geschätzt sieben Millionen für abgelaufene Domains
Am 13. August beschrieb Infoblox einen Akteur, den das Unternehmen Sable Squirrel nennt. Er kontrolliert über 10.000 Domains, davon sind 405 als Steuerserver für Schadsoftware bestätigt. Über 31.000 Schadprogramme waren mit diesen Namen verknüpft.
Die Domains wurden für illegale Übertragungen von Fußballspielen, zur Werbung von Glücksspielanbietern und zur Umleitung von Besuchern zwischen beiden genutzt. Infoblox vermutet einen asiatischen Akteur mit Überschneidungen zu einem vietnamesischen Netzwerk, gegen das bereits ermittelt wird.
Zur Summe von sieben Millionen Dollar: Die Fachleute recherchierten die Preise für rund 160 dieser Domains einzeln und kamen dabei auf über 430.000 Dollar. Aus diesen rund 160 Käufen rechneten sie auf den größeren Bestand an Dropcatch-Domains des Akteurs hoch. Die Zahl ist damit eine Schätzung, keine Feststellung.
Was das für Inhaber bedeutet
Die niederländische Registry SIDN hat die Auswertung aufgegriffen und rät Domaininhabern, vor dem Auslaufenlassen zu prüfen, was an einem Namen noch hängt. Restverkehr und eingehende Links bleiben am Namen hängen. Auch E-Mails an alte Adressen können beim nächsten Inhaber landen.