gTLDs
Der Innovationsindex zählt Domains, aber keine neue Endung
Am 29. September erscheint der Global Innovation Index der WIPO. Einer seiner Indikatoren gibt die Anzahl der Domains je 1.000 Einwohner an. Bei den generischen Endungen berücksichtigt er fünf davon und lässt alle weg, die seit 2013 dazugekommen sind.
Der Index bewertet knapp 140 Volkswirtschaften anhand von 81 Indikatoren. Regierungen zitieren ihn, Standortwerber auch. Die Ausgabe 2026 trägt den Titel "Powering Entrepreneurs at the Frontier of Science".
Unter den Indikatoren steht einer, der die Domainbranche unmittelbar betrifft. Er trägt die Nummer 7.3.1 und zählt generische und länderspezifische Top-Level-Domains je tausend Einwohner im Alter von 15 bis 69 Jahren. Die Domainzahlen liefert der amerikanische Datenanbieter ZookNIC, die Bevölkerungszahlen stammen von den Vereinten Nationen.
Fünf Endungen von einst
Der Anhang des Berichts benennt genau, welche generischen Endungen gelten: .biz, .info, .org, .net und .com. Gesponserte Endungen wie .name oder .pro bleiben außen vor, und mit ihnen sämtliche neuen generischen Endungen.
Damit fehlen die 1.241 Endungen, die aus der Runde 2012 delegiert wurden. Wer .shop, .app, .online oder .berlin registriert, taucht in diesem Indikator nicht auf. Auch die mehr als 1.600 Bewerbungen der laufenden Runde würden nach der derzeitigen Methodik nicht erfasst. Gemessen wird ein Ausschnitt des Namensraums, wie er vor 2013 aussah, ergänzt um die Länderendungen.
Wo die deutschsprachigen Länder stehen
In der Ausgabe 2025 führt die Schweiz den Domainindikator an. Deutschland steht auf Rang acht, Österreich auf Rang vierzehn. Bei der Untersäule Online-Kreativität liegt die Schweiz ebenfalls vorn, Deutschland auf Rang zehn, Österreich auf Rang zwanzig. Im Gesamtindex führt die Schweiz, Deutschland folgt auf Rang elf und Österreich auf Rang neunzehn.
Der Domainindikator ist einer von drei in dieser Untersäule. Daneben stehen GitHub-Commits je Million Einwohner sowie die Entwicklung mobiler Anwendungen, gemessen an der Wirtschaftsleistung. Die Untersäule Online-Kreativität wird gegenüber den meisten anderen Untersäulen nur zur Hälfte gewichtet.
Was die Zahl misst
Eine registrierte Domain sagt nichts darüber aus, ob unter ihr etwas stattfindet. Mitgezählt werden geparkte Domains, defensive Registrierungen von Markeninhabern sowie Bestände von Domainhändlern. Wer viele Schreibweisen seiner Marke sichert, hebt die Statistik seines Landes.
Auch der Preis wirkt. Eine Länderendung, die nur wenige Euro im Jahr kostet, wird häufiger auf Vorrat registriert als eine, die zwanzig Euro kostet. Das ist eine Frage der Preispolitik der Registry.
Bei klassischen Länderendungen ergibt sich die Zuordnung aus der Endung selbst. Wie ZookNIC die fünf generischen Endungen einzelnen Ländern zurechnet, dokumentiert der Index nicht.