ICANN
Die Regierungen wollen strengere Regeln gegen Missbrauch, bevor neue Endungen online gehen
Der Regierungsbeirat von ICANN hat sein Kommuniqué aus Bali veröffentlicht. Darin verlangt er, dass neue Regeln gegen Domainmissbrauch gelten, bevor die ersten Endungen der neuen Runde ins DNS kommen. Registrare sollen die Inhaberdaten prüfen, bevor eine Domain erreichbar ist. Der neue Vorsitzende ist Ian Sheldon aus Australien.
Das Kommuniqué erschien am 26. Oktober. Der Regierungsbeirat, das Governmental Advisory Committee (GAC), hatte vom 17. bis 22. Oktober beim ICANN-Treffen in Bali getagt. Vertreten waren 67 Mitglieder und acht Beobachter. Eine formelle Konsensempfehlung an den ICANN-Vorstand ist im Kommuniqué nicht enthalten. Auch das Kommuniqué aus Sevilla im Juni hatte keine enthalten.
Die Prüfung verbundener Domains soll vorher gelten
Die GNSO arbeitet an Regeln zur Prüfung verbundener Domains. Ist eine Domain nachweislich missbraucht, sollen Registrare auch andere Domains desselben Kunden, Kontos oder Musters untersuchen. Diese Regeln sollen nach dem Willen des GAC umgesetzt sein, bevor neue gTLDs ins DNS aufgenommen werden. Außerdem regt der GAC an, dass die Registrare untereinander Informationen austauschen. Das könne Missbrauch deutlich schneller eindämmen.
Inhaberdaten sollen vor der Freischaltung geprüft sein
Nach ihren Verträgen müssen Registrare die Daten einer neuen Domain grundsätzlich binnen 15 Tagen formal prüfen und die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer des Inhabers bestätigen lassen. Der GAC empfiehlt erneut, dass die Prüfung abgeschlossen sein muss, bevor eine neue Domain im DNS erreichbar ist. Er verweist auf Studien, nach denen Prüfungen vor der Freischaltung mit weniger Missbrauch einhergehen. Bei manchen Kampagnen seien bösartige Domains oft nur sehr kurz aktiv.
Die Registrare sind laut Kommuniqué bereit, über die Frist weiter zu sprechen. Der GAC schlägt vor, die Gespräche bis zum nächsten ICANN-Treffen im März in Lissabon fortzuführen. Als Wege nennt er ein Richtlinienverfahren oder Änderungen an den Verträgen. In Bali berichtete zudem ICANNs Vertragsaufsicht über ein laufendes Verfahren. Es richtet sich gegen einen Registrar, der Missbrauch nicht schnell genug unterbunden hat. Den Namen nennt das Kommuniqué nicht.
Schreiben zu geografischen Namen sollen öffentlich werden
Für geografische Namen und Gemeinschaftsbewerbungen benötigen Bewerber oft Schreiben, die Zustimmung oder den Nichtwiderspruch bestätigen. Ein Beispiel ist . Der GAC erwartet, dass ICANN und Bewerber solche Schreiben zugänglich machen, soweit dies zulässig ist.