nTLDs
Vier Risikogruppen entscheiden, welche Endungen Auflagen bekommen
Endungen wie .bet, .sucks oder .army gelten bei der ICANN als heikel. Wer so eine beantragt hat, bekommt Auflagen in den Vertrag aufgenommen, sofern er welche erhält. Durch die Prüfung muss jede der gut 1.600 Bewerbungen. Voraussichtlich ab November übernimmt sie eine Beratungsfirma aus Washington, die über keine ausgewiesene Domain-Erfahrung verfügt.
Safeguard Assessment heißt das Verfahren. Geprüft wird die Endung, nicht der Bewerber. Über den Erfolg oder Misserfolg einer Bewerbung entscheidet es nicht. Es bestimmt nur, welche Pflichten später im Vertrag stehen. Public Interest Commitments heißen sie. Zu spüren bekommt ein Bewerber sie erst, wenn er unterschreibt.
Die vier Gruppen
Die Ausschreibung nennt für jede Gruppe Beispiele aus der Runde 2012:
- Regulierte Bereiche mit offenem Zugang, etwa .kid, .degree, .audio und .town
- Stark regulierte Bereiche mit Lizenzpflicht, etwa .cash, .bet, .abogado und .care
- Endungen mit Potenzial für Belästigung, etwa .fail, .gripe, .sucks und .wtf
- Hoheitliche Aufgaben, etwa .army, .navy und .airforce
Die Prüfer nehmen sich jeden eingereichten String vor, einschließlich aller Varianten. Die Ausschreibung sah einen Beginn im November 2026 vor und veranschlagte 180 Tage. Diese Planung rechnete mit etwa 2.000 Bewerbungen. Eingegangen sind gut 1.600. ICANN hat einen genaueren Zeitplan für die Zeit nach Fensterschluss angekündigt.
Wer prüft
Den Zuschlag hat Mirror Group LLC aus Washington erhalten. ICANN suchte einen Anbieter, der ein komplexes, einheitliches Prüfverfahren organisieren konnte. Die Fachleute dafür soll er in Panels zusammenführen, unter anderem zu Verbraucherschutz, Internetsicherheit, Missbrauchsprävention und Regulierung.
Mirror Group wurde 2016 von Mindelyn Anderson gegründet. Sie bietet Forschung, Evaluation, Training und Moderation an, insbesondere für Behörden, Stiftungen und gemeinnützige Träger. Projekte zu Domains, DNS oder Internet-Governance nennt sie auf ihrer Website nicht. ICANN begründet die Wahl mit Erfahrung in komplexer Evaluation, Qualitätssicherung und fortgeschrittenen Methoden.
Der Unterschied zu 2012
Damals gab es kein solches Verfahren. Die Auflagen für heikle Endungen entstanden erst während der laufenden Runde. 2013 verlangte der Regierungsbeirat im Beijing Communiqué Schutzmaßnahmen für Endungen aus regulierten Branchen. Was damals politisch entstand, prüft diesmal ein Dienstleister nach festen Kriterien.