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ICANN beruft drei unabhängige Einspruchsführer für die neue Runde
ICANN hat drei Independent Objectors für die gTLD-Runde 2026 benannt. Sie können im Interesse der Öffentlichkeit Einwände gegen Bewerbungen erheben. Den Vorsitz hat der Völkerrechtler Daniel Müller. In der Runde 2012 gab es nur einen solchen Einspruchsführer.
ICANN hat die Namen am 23. Oktober bekannt gegeben. Sie wurden über ein Interessenbekundungsverfahren ausgewählt, das im März begonnen hatte. Müller hat mehr als 20 Jahre Erfahrung vor internationalen Gerichten. In der Runde 2012 arbeitete er als Rechtsberater des damaligen Independent Objector. Das war der Rechtsprofessor Alain Pellet.
Abdelmohsen Sheha ist Richter am ägyptischen Staatsrat und am United Nations Appeals Tribunal. Er hat zur Regulierung der Telekommunikation veröffentlicht, etwa zu Netzneutralität und 5G. Eran Sthoeger ist Völkerrechtler. Er hat Mandanten unter anderem vor dem Internationalen Gerichtshof und dem Internationalen Seegerichtshof vertreten.
Drei sollen Interessenkonflikte vermeiden
Mit drei statt eines Einspruchsführers will ICANN mögliche Interessenkonflikte mindern. Die Einspruchsführer handeln laut dem Applicant Guidebook für die Öffentlichkeit, die das Internet nutzt. Weder ICANN noch der Vorstand können ihnen einen Einwand vorschreiben oder verbieten.
Erheben dürfen sie nur zwei Arten von Einwänden: wegen des öffentlichen Interesses und wegen erheblichen Widerstands aus einem wesentlichen Teil der Gemeinschaft, an die sich eine Endung richtet. Gedacht sind sie für Bewerbungen, die stark zu beanstanden sind. Voraussetzung ist, dass sich jemand öffentlich gegen die Bewerbung ausgesprochen hat. Liegt bereits ein anderer Einwand aus demselben Grund vor, sollen sie grundsätzlich keinen weiteren erheben. Ausnahmen sind nur unter außergewöhnlichen Umständen vorgesehen. Unterliegen sie, können sie Berufung einlegen.
Ihre Frist läuft eine Woche länger
Ihr Zeitfenster beginnt am String Confirmation Day am 17. November. Es läuft sieben Tage länger als die allgemeine Einwandsfrist. Diese endet gemäß dem derzeit veröffentlichten Zeitplan am 16. März. Bewerber können sich mit einem Einspruchsführer einigen. Das kann zum Rückzug des Einwands oder der Bewerbung führen.