ccTLDs
.fr wächst schneller, verliert aber mehr
AFNIC meldet 4,5 Millionen .fr-Domains. Das Tempo hat sich verdoppelt: 200.000 Domains in zehn Monaten, zuvor 100.000 in dreizehn Monaten. Dahinter steht eine hohe Fluktuation: 2025 gab es auf jeder Domain einen Nettozuwachs von mehr als 8 Neuregistrierungen.
AFNIC hat am 3. September mitgeteilt, dass .fr die Marke von 4,5 Millionen Domains überschritten hat. Die Registry nennt dazu die vorherigen Schwellen. Im Oktober 2024 waren es 4,2 Millionen, im November 2025 4,3 Millionen.
Interessant ist der Abstand zwischen diesen Daten. Für die letzten 200.000 Domains benötigte .fr 10 Monate. Für die 100.000 zuvor waren es dreizehn Monate. Das Wachstum hat sich also mehr als verdoppelt.
853.000 Neuregistrierungen, 100.000 mehr im Bestand
Die Jahresbilanz für 2025 zeigt, was dieses Wachstum kostet. AFNIC verzeichnete 853.000 Neuregistrierungen, den höchsten Wert in seiner Geschichte, und damit 6,3 Prozent mehr als im Jahr 2024. Der Bestand wuchs im selben Jahr um 2,4 Prozent auf 4.319.120 Domains.
Aus beiden Zahlen geht hervor, dass rund 750.000 Domains aus dem Bestand fielen. Für rund 100.000 Domains Nettozuwachs waren damit 853.000 Neuregistrierungen nötig. AFNIC beziffert den Anstieg der Löschungen auf 4,3 Prozent und spricht von zunehmender Volatilität. Die Erneuerungsrate lag bei 82,2 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 82,6 Prozent.
Die hohe Zahl der Löschungen schafft zugleich die Möglichkeit, auf Dropcatcher zuzugreifen. Wie viele gelöschte .fr-Domains anschließend wieder registriert werden, weist AFNIC nicht gesondert aus.
Über dem europäischen Durchschnitt
Im europäischen Vergleich steht .fr gut da. Nach Angaben des AFNIC-Observatoriums wuchsen die ccTLDs in Europa im Jahr 2025 um 0,9 Prozent. Weltweit legten sie um 1,9 Prozent zu, der Gesamtmarkt um 6,2 Prozent auf etwa 395 Millionen Domains.
Ein Punkt bleibt offen. Frankreich hat NIS2 noch nicht vollständig umgesetzt und steht deswegen seit Juli vor dem Europäischen Gerichtshof. Die nationalen Pflichten aus Artikel 28 zu korrekten Registrierungsdaten und den entsprechenden Überprüfungsverfahren gelten dort noch nicht. Deutschland hat sie seit Dezember umgesetzt, Österreich folgt zum 1. Oktober.