IP-Adressen
Das RIPE NCC friert erstmals Adressen vieler russischer Inhaber ein
Das RIPE NCC hat Anfang September die Registrierung von IP-Adressen und AS-Nummern für 28 russische Inhaber eingefroren. Sie fallen unter EU-Sanktionen. Bis dahin war nur ein russischer Endnutzer als sanktioniert bestätigt und eingefroren. Die Zahl der bestätigten Sanktionsfälle hat sich innerhalb eines Quartals auf 53 mehr als verdoppelt.
Das RIPE NCC hat seinen Sanktionsbericht für das vierte Quartal am 22. Oktober veröffentlicht. Es vergibt IP-Adressen und AS-Nummern für Europa, den Nahen Osten und Teile Zentralasiens. Als Organisation mit Sitz in den Niederlanden muss sie die EU-Sanktionen einhalten.
Eingefroren wurden vom 3. bis zum 8. September fünf Mitglieder und 23 Endnutzer, alle aus Russland. Mitglieder beziehen ihre Ressourcen direkt vom RIPE NCC, Endnutzer über ein Mitglied. Zusammen halten die 28 Inhaber 14.592 IPv4-Adressen, 5 IPv6-Präfixe und 30 AS-Nummern. Zuvor war nur ein russischer Endnutzer seit Juli 2024 eingefroren. Warum es im September so viele traf, steht im Bericht nicht.
Eingefroren wird die Registrierung, nicht die Nutzung
Das RIPE NCC friert nur die Registrierung der Ressourcen in seiner Datenbank ein, nicht deren Nutzung. Dazu zählen IP-Adressen und AS-Nummern. Die Betroffenen können keine weiteren Ressourcen erhalten und vorhandene nicht übertragen. Verträge mit Mitgliedern kündigt das RIPE NCC nicht.
Wirkt ein Inhaber bei der Prüfung nicht mit oder fehlen die erforderlichen Unterlagen, behandelt das RIPE NCC ihn wie einen sanktionierten Inhaber. Er steht dann auf „on hold“. Im Berichtszeitraum kamen vier iranische Mitglieder hinzu. Eingefrorene und auf „on hold“ gesetzte Inhaber halten zusammen 4,85 Millionen IPv4-Adressen. Davon entfallen rund 4,37 Millionen auf zwei iranische Mitglieder, die seit August 2025 auf „on hold“ stehen.
Die Prüfungen stauen sich wieder
Das RIPE NCC hat insgesamt 2.339 Treffer auf Sanktionslisten der EU und der USA erfasst, 167 mehr als im Juli. Die meisten erweisen sich als Fehlalarme. Bis zur Klärung bearbeitet das RIPE NCC keine Anträge auf neue Ressourcen oder Übertragungen. 39 Fälle hat es noch nicht begonnen, im Juli war es keiner.
US-Sanktionen muss das RIPE NCC nicht befolgen. Es prüft sie trotzdem, weil niederländische Banken darauf achten. Davon hängen die Rechnungen und Zahlungen der Mitglieder ab.