DNS
Neue gTLDs stellen 15 Prozent der Domains und 43 Prozent der für Angriffe gemeldeten
Die Interisle Consulting Group hat ihre jährliche Studie zur Cyberkriminalität veröffentlicht. 23,7 Millionen Domains wurden für Phishing, Malware und Spam gemeldet, 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Neue gTLDs stellen 15 Prozent aller Domains, aber 43 Prozent der gemeldeten Domains dar. Deutschland liegt bei den Hosting-Standorten auf Platz 4.
Die Studie „Cybercrime Supply Chain 2026“ erschien am 20. Oktober. Sie deckt den Zeitraum von September 2025 bis August 2026 ab. Ausgewertet wurden Meldedaten und Sperrlisten von Anbietern wie Spamhaus, SURBL, APWG und PhishTank. Die Zahl der Angriffe stieg um 17 Prozent auf mehr als 30 Millionen. Phishing nahm um 56 Prozent zu. Finanziell unterstützt haben die Studie unter anderem APWG, M3AAWG, Spamhaus und Meta.
In einem anderen Bericht hatte Interisle im Frühjahr geschätzt, wie viele neue gTLD-Domains bösartig registriert werden. Beobachtet war mindestens jede zehnte, hochgerechnet bis zu jede fünfte. Die neue Studie wiederholt diese Zahlen. Über die Methode streitet die Branche seit Monaten.
.qpon erreicht den höchsten Wert der Studie
Die meisten gemeldeten Domains entfallen auf .com mit 6,5 Millionen. Es folgen .top mit 3,6 Millionen und .cn mit 1,7 Millionen. Bei .info stieg die Zahl um 91 Prozent auf 1,3 Millionen. Gemessen an ihrer Größe stehen fünf neue gTLDs an der Spitze: .qpon, .help, .xin, .cfd und .bid. Bei .qpon kamen auf 10.000 Domains rechnerisch 9.900 gemeldete. Bei .com waren es 391.
Länderendungen machen 34 Prozent aller Domains, aber 19 Prozent der gemeldeten Domains aus. Auf .cn, .cc, .ru, .co und .my entfallen allein 78 Prozent davon. .de taucht in den Ranglisten der Studie nicht auf.
Interisle ordnet elf Millionen Domains Massenregistrierungen zu
Nach der Einstufung von Interisle wurden 68 Prozent der gemeldeten Domains gezielt für Angriffe registriert, die übrigen wurden gekapert. Genau diese Einstufung ist umstritten. ICANNs Forschungsabteilung verlangt, zwischen einer Meldung auf einer Sperrliste und einem Nachweis zu unterscheiden. Von den gezielt registrierten entfallen 52 Prozent auf neue gTLDs. Interisle ordnet mehr als elf Millionen gemeldete Domains Massenregistrierungen zu, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Interisle zählt dazu Domains, die beim selben Registrar im Abstand von Minuten registriert wurden. Ob jeweils derselbe Inhaber dahintersteht, kann Interisle mangels Inhaberdaten nicht bestätigen. Die größte Serie umfasste 11.213 Domains, die im Mai innerhalb von 48 Stunden bei NameSilo registriert wurden.