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Identity Digital übernimmt .us, alle Registrare müssen sich neu akkreditieren
Die US-Behörde NTIA hat den Betrieb der Länderendung .us an Identity Digital vergeben. Der Vertrag gilt seit dem 30. September. Nach einer Übergangszeit von bis zu neun Monaten wird Identity Digital GoDaddy Registry ablösen. Der Vertrag verlangt, dass sich alle .us-Registrare innerhalb eines Jahres neu akkreditieren. Die Daten der Domaininhaber dürfen nicht mehr offen im Netz stehen.
NTIA hat die Vergabe am 1. Oktober bekannt gegeben und den Vertrag veröffentlicht. Die Endung hat laut Vertrag mehr als 2,4 Millionen Registrierungen, Stand März 2026. Bisher verwaltet die Registry-Sparte von GoDaddy die Endung. Vor GoDaddy hatte Neustar seit 2001 den Auftrag.
Drei Jahre und vier Optionen
Die Grundlaufzeit beträgt 36 Monate und endet am 29. September 2029. Darin ist eine Übergangszeit von bis zu neun Monaten enthalten, also bis spätestens Ende Juni 2027. Danach kann NTIA viermal jeweils um ein Jahr verlängern. Mit diesen vier Optionen läuft der Vertrag bis September 2033. Eine weitere Klausel erlaubt, die Leistungen um bis zu sechs Monate zu verlängern. Der alte Vertrag mit GoDaddy sieht eine letzte Option bis zum 28. August 2027 vor.
Der Staat zahlt nichts. Identity Digital darf Gebühren von Dritten erheben, muss sie jedoch von der Behörde genehmigen lassen. Einen Großhandelspreis nennt der Vertrag nicht. Die Registry-Daten gehören der Regierung.
Neue Kriterien für Registrare
Identity Digital muss alle bestehenden .us-Registrare innerhalb eines Jahres nach der Vergabe neu akkreditieren. Der Vertrag nennt dafür drei Kriterien. Erstens muss ein Registrar in den USA gegründet sein. Ausländische Registrare benötigen stattdessen eine Zulassung für Geschäfte in den USA oder eine US-Tochtergesellschaft. Dazu kommt eine Zustelladresse im Land. Zweitens benötigt er ausreichend Personal und Abläufe, um die Regeln der Endung zu prüfen. Drittens verlangt der Vertrag eine Zertifizierung nach ISO 27001 oder SOC 2. Ein gleichwertiger Nachweis reicht nur in den von Identity Digital mit der Behörde festgelegten Fällen aus.
Wer die Kriterien nicht fristgerecht erfüllt, kann die Akkreditierung verlieren. Seine Domains werden dann an einen akkreditierten Registrar übertragen. Für den Übergang darf Identity Digital selbst als Registrar fungieren. Für langjährige Registrare mit guter Bilanz kann das Verfahren Erleichterungen gewähren. Auch sie müssen die Sicherheitsvorgaben erfüllen.
Die Registry selbst darf kein Registrar sein. Verbundene Unternehmen dürfen es, wenn Betrieb, Daten und Führung strikt getrennt bleiben. Laut Domain Name Wire hätte der Entwurf der Ausschreibung Bewerber mit eigenem Registrar noch ausgeschlossen.