ccTLDs
.uk gibt viele technische Sonderwege auf und übernimmt gTLD-Standards
Nominet stellt .uk am 9. Februar 2027 auf eine neue Registry-Plattform um. Transfers, Datenabfragen und der Lebenszyklus folgen danach weitgehend den Standards des gTLD-Markts. Registrare müssen ihre betroffenen Anbindungen bis dahin umstellen, wenn sie ohne Unterbrechung weiterarbeiten wollen.
.uk war technisch immer ein Sonderfall. Transfers folgten einem eigenen Verfahren, die Abfrage der Registrierungsdaten ebenfalls, dazu eigene Schnittstellen und ein eigenes Verfügbarkeitswerkzeug. Wer .uk verkaufen wollte, musste dafür eigenen Code schreiben und pflegen.
Damit ist am 9. Februar 2027 Schluss. Nominet nennt die Umstellung die größte Veränderung in den dreißig Jahren, in denen es die Registry betreibt.
Was umgestellt wird
Transfers zwischen Registraren erfolgen künftig als Standard-EPP-Pull. Das bisherige Push-Verfahren mit anschließender Bestätigung durch den aufnehmenden Registrar entfällt. Transfers, die am Stichtag noch auf diese Bestätigung warten, werden abgebrochen und müssen neu gestartet werden.
WHOIS über Port 43 verschwindet, an seine Stelle tritt RDAP. Auch die REST- und SOAP-Schnittstellen entfallen, über die Registrare bisher ihren eigenen Bestand abgefragt haben. Dafür gibt es künftig einen authentifizierten Zugang zum selben RDAP-Dienst. Der eigene Verfügbarkeitsprüfer entfällt ebenfalls; die Verfügbarkeit lässt sich über das EPP-Kommando check und über Registry-Berichte ermitteln.
Beim Ablauf einer Domain haben Registrare die Wahl. Sie können es beim bisherigen Verhalten belassen, bei dem die Domain gelöscht wird. Oder sie stellen auf automatische Verlängerung um, wie es bei generischen Endungen üblich ist. Dazu kommen die aus dem standardisierten Lebenszyklus bekannten Schonfristen.
Und die Adresse des EPP-Endpunkts ändert sich.
Was bleibt
.uk bleibt eine Länderendung mit eigener Politik. Nominet schließt weiterhin einen Vertrag direkt mit dem Registranten ab, und für Zonen wie .me.uk oder .sch.uk gelten weiterhin besondere Regeln. Eine Thin Registry will Nominet ausdrücklich nicht werden.
Was Registrare tun müssen
Die Vorbereitungshinweise laufen auf fünf Aufgaben hinaus. Eigene Verträge mit Registranten an die neuen Vereinbarungen anpassen. Abläufe und Schulungsunterlagen aktualisieren. Die technische Anbindung an die Testumgebung prüfen. Die Daten mit der Registry abgleichen. Und sich zwischen Löschung und automatischer Verlängerung entscheiden. Empfohlen wird außerdem, Kunden vor dem Stichtag auf auslaufende Domains hinzuweisen.
Der Schritt davor
Seit dem 7. Juli 2026 verwaltet die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) den Dispute Resolution Service für .uk. Nominet hatte ihn seit 2001 selbst betrieben und dabei mehr als 16.000 Verfahren abgewickelt.
Inhaltlich bleibt das Verfahren bestehen. Verfahrensordnung, Gebühren, Mediation und Entscheider ändern sich nicht. Übergegangen ist die Verwaltung.
Beide Vorgänge hängen zusammen, und Nominet sagt das ebenfalls. Man modernisiere .uk mithilfe des Standardisierungsprogramms und lege dabei die maßgeschneiderte Infrastruktur still, die den Streitbeilegungsdienst bisher trägt. Der Wechsel zu WIPO steht damit unmittelbar mit der Umstellung in Zusammenhang.
Unterschiedlich ist, was am Ende steht. Den Registry-Betrieb behält Nominet, dort wechselt nur die Plattform. Beim Streitbeilegungsverfahren übernimmt ein externer Anbieter.
Was das bedeutet
Kurzfristig entstehen Registraren Kosten, weil sie umstellen müssen. Langfristig kann die Angleichung den Integrations- und Wartungsaufwand senken, weil sich für .uk dieselben Protokolle nutzen lassen wie für andere Registries. Davon dürften insbesondere internationale Anbieter profitieren, die .uk leichter in bestehende Integrationen einbinden können.
.uk ist nach Angaben von Nominet die drittgrößte Länderendung. Dass eine Registry dieser Größe ihre gewachsenen Verfahren aufgibt, ist eine Entscheidung für Anschlussfähigkeit. Ob daraus auch mehr Nachfrage entsteht, wird sich an den Registrierungszahlen nach 2027 zeigen.
Quellen